Artikel › Selbstständigkeit

GmbH, UG und AG: Firmen mit beschränkter Haftung

Selbstständigkeit · 02.11.2026 · ca. 11 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

  • GmbH, UG und AG sind Kapitalgesellschaften: Für Schulden haftet nur das Geld der Firma, nicht das Privatvermögen der Gesellschafter.
  • GmbH: mindestens 25.000 Euro Stammkapital, Notar, Handelsregister.
  • UG (haftungsbeschränkt): die „kleine GmbH“ – ab 1 Euro, aber ein Teil des Gewinns muss in der Firma bleiben.
  • AG: mindestens 50.000 Euro, aufgeteilt in Aktien – für große Firmen.
  • Den Gewinn bekommen die Gesellschafter nach ihren Anteilen, wenn sie die Ausschüttung beschließen.

Was ist eine Kapitalgesellschaft?

Mindestkapital: UG ab 1 Euro, GmbH 25.000 Euro, AG 50.000 Euro. Bei allen drei haftet für Schulden nur das Geld der Firma. Das Privatvermögen der Gesellschafter ist geschützt.

Eine Kapitalgesellschaft ist eine eigene Person vor dem Gesetz (eine „juristische Person“). Sie schließt Verträge, hat ein eigenes Konto und haftet selbst für ihre Schulden.

Das heißt: Geht die Firma pleite, verlieren die Gesellschafter das Geld, das sie in die Firma gesteckt haben – ihr Privatvermögen bleibt aber normalerweise geschützt. Das ist der große Unterschied zu Einzelunternehmen und GbR (Teil 2).

„Beschränkte Haftung“ heißt nicht „kein Risiko“:

  • Wer als Geschäftsführer seine Pflichten verletzt, muss der Firma den Schaden ersetzen.
  • Banken verlangen für Kredite oft eine persönliche Bürgschaft. Dann haften Sie doch privat.

Die GmbH

Die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) ist die häufigste Kapitalgesellschaft.

Die UG (haftungsbeschränkt)

Die UG ist eine GmbH mit weniger als 25.000 Euro Kapital – man nennt sie auch „Mini-GmbH“.

Mit sehr wenig Kapital ist eine UG schnell zahlungsunfähig – schon eine unbezahlte Rechnung kann gefährlich werden. Planen Sie genug Geld für die ersten Monate ein.

Die AG

Die AG (Aktiengesellschaft) ist für große Firmen gedacht:

Für kleine Gründungen ist die AG zu aufwendig. Die meisten Gründer wählen eine GmbH oder UG.

Anteile und Gewinn

GmbH und UG: Jeder Gesellschafter hat einen Geschäftsanteil – zum Beispiel 60 Prozent und 40 Prozent.

AG: Die Hauptversammlung beschließt die Dividende – den Teil des Gewinns, den die Aktionäre bekommen. Jeder bekommt nach der Zahl seiner Aktien.

Ist ein Gesellschafter auch Geschäftsführer, bekommt er für seine Arbeit meistens ein Gehalt von der GmbH. Das ist etwas anderes als der Gewinnanteil.

Steuern und Pflichten

Steuern der Firma:

Pflichten:

Weitere Formen: Eine Genossenschaft (eG) braucht mindestens 3 Mitglieder, zum Beispiel für eine gemeinsame Wohnanlage. Ein eingetragener Verein (e.V.) braucht mindestens 7 Mitglieder – er ist für Vereinsarbeit da, nicht für eine Firma.

Wörter

die Kapitalgesellschaft, die Kapitalgesellschaften
Eine Firma, die selbst mit ihrem Geld haftet, zum Beispiel GmbH, UG oder AG.
beschränkt
Begrenzt. Gesellschaft mit beschränkter Haftung = die Haftung ist auf das Geld der Firma begrenzt.
das Stammkapital
Das Geld, das die Gesellschafter bei der Gründung einer GmbH oder UG einbringen.
der Notar, die Notare / die Notarin, die Notarinnen
Eine Juristin oder ein Jurist, der wichtige Verträge beurkundet und prüft.
der Geschäftsführer, die Geschäftsführer / die Geschäftsführerin, die Geschäftsführerinnen
Die Person, die eine GmbH oder UG leitet.
der Geschäftsanteil, die Geschäftsanteile
Der Teil einer GmbH oder UG, der einem Gesellschafter gehört.
die Rücklage, die Rücklagen
Geld, das die Firma spart und nicht ausschüttet.
die Aktie, die Aktien
Ein Anteil an einer Aktiengesellschaft.
die Dividende, die Dividenden
Der Teil des Gewinns, den die Aktionäre bekommen.
ausschütten
Gewinn an die Gesellschafter auszahlen.
die Bürgschaft, die Bürgschaften
Das Versprechen, Schulden eines anderen zu zahlen, wenn er es nicht kann.

Fragen zum Text

Tippen Sie auf eine Frage, um die Antwort zu sehen.

Was bedeutet „beschränkte Haftung“?

Für Schulden haftet nur das Geld der Firma. Das Privatvermögen der Gesellschafter ist normalerweise geschützt.

Wie viel Geld brauchen Sie mindestens, um eine GmbH eintragen zu lassen?

Das Stammkapital ist 25.000 Euro. Vor der Eintragung müssen mindestens 12.500 Euro eingezahlt sein.

Warum muss eine UG einen Teil ihres Gewinns behalten?

Damit sie langsam mehr Kapital bekommt. 25 Prozent des Gewinns bleiben in der Firma, bis das Kapital 25.000 Euro erreicht.

Wer entscheidet in der AG über die Dividende?

Die Hauptversammlung der Aktionäre.

Eine Gesellschafterin hält 40 Prozent einer GmbH. Die GmbH schüttet 50.000 Euro aus. Wie viel bekommt sie?

20.000 Euro (40 Prozent von 50.000 Euro), wenn der Vertrag nichts anderes regelt.

Quiz

10 Fragen mit je einer richtigen Antwort. Fragen und Antworten werden jedes Mal neu gemischt. Ihre Antworten werden nirgends gespeichert.

Quellen

Weiter mit Teil 4: Anmelden: Gewerbeamt, Finanzamt, Handelsregister und Versicherungen

Stichwörter

Mehr zum Thema „Selbstständigkeit“

Alle Artikel zum Thema

Grundlage: Eigener Artikel auf Wunsch der Kursleitung, geprüft an Gesetzestexten und offiziellen Seiten. Der Inhalt ist in eigenen Worten erklärt. Kästen mit „Ergänzung“ enthalten zusätzliche Informationen (Stand 2026, ohne Gewähr). Keine Rechtsberatung.

Hinweis: Diese Website ist nur zum Lesen und Lernen da. Kein Konto, keine Cookies, kein Tracking. Mehr dazu